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Sechsundzwanzigster Blog - März 2026

Wanderführer (1929) und Wanderkarte (1930) - "Unkel und seine Umgebung"...


Wanderführer Deckblatt - Unkel und Umgebung (1929)
Wanderführer Deckblatt - Unkel und Umgebung (1929)

Nachdem die schweren Jahre der Nachkriegszeit und Hyperinflation in der 2. Hälfte der 1920er Jahre einigermaßen überwunden waren, zog der Tourismus am Rhein wieder an. Auch Unkel profitierte dank seiner schönen Lage, seiner vielfältigen Übernachtungsmöglichkeiten und dank eines rührigen Verkehrsvereins.

 

Da die Gäste das Bedürfnis hatten, die Umgegend durch Wanderungen zu erkunden, war es wichtig, ihnen etwas zur Orientierung in die Hand zu geben. 1929 war der zwanzig Jahre alte „Führer durch Unkel und seine Umgebung“ in deutlich attraktiverer Form neu aufgelegt worden. Darin wurden zahlreiche Wanderungen rund um Unkel sehr anschaulich beschrieben. Der Gedanke lag also nahe, dem interessierten Gast dazu eine passende Wanderkarte anhand zu geben. 

 

Wanderkarte (1930) - Unkel und Umgebung (komplett)
Wanderkarte (1930) - Unkel und Umgebung (komplett)

Im Juli 1930 erschien neben dem Wanderführer im Bonner Verlag Stollfuß die Wanderkarte für die Bürgermeisterei Unkel im Maßstab 1:25.000.

 

Die farbige Karte (siehe oben) bildete das Gebiet zwischen Honnef und Linz und zwischen Unkelbach und Kalenborn ab. Alle Wege waren eingezeichnet und die empfohlenen Wanderrouten farblich hervorgehoben. Rastpunkte mit schöner Aussicht zum Verweilen waren namentlich eingezeichnet.

 

Bildergalerie - Kartenausschnitte der verschieden Ortschaften

Die Karte enthielt sogar die Standorte von ca. 300 Bänken zum Ausruhen und Verweilen.

 

Auch markante Bäume waren in den fast 3000 Morgen großen Wäldern leicht zu finden: die „Skatecke“, nicht weit vom „Auge Gottes“ entfernt, bezeichnete eine Gruppe von vier im Quadrat stehenden Bäume, die im Volksmund „Kreuz, Schippe, Herz und Eckstein“ genannt wurden.

 

Wer wollte, konnte hier die Karten auf den Tisch legen.

 

Besonders bemerkenswert war die Nummerierung und althergebrachte Namensgebung für die 52 Walddistrikte in den Grenzen der Bürgermeisterei Unkel, die man auf diese Weise leicht orten konnte.

 

Um die Bearbeitung und Herausgabe hat sich der Amtsbürgermeister Josef Decku höchstpersönlich gekümmert.

 

Auch einige markante Ausflugziele der Region wurden als Anregung für Wanderer im Wanderführer von 1929 fotografisch gezeigt:

Blick auf Unkel (Rheinpromenade)
Blick auf Unkel (Rheinpromenade)
Erpeler Ley und Ludendorffbrücke
Erpeler Ley und Ludendorffbrücke
Apollinariskirche in Remagen
Apollinariskirche in Remagen

Barockes Kreuz (Schröterkreuz) von 1630
Barockes Kreuz (Schröterkreuz) von 1630
Feste Eisdecke auf dem Rhein, Februar 1929
Feste Eisdecke auf dem Rhein, Februar 1929
Basaltabbau in Unkelbach
Basaltabbau in Unkelbach

Und Werbung durfte darin natürlich auch nicht fehlen:

Natürlich gab es auch Kritiker. So wurde bemängelt, dass Fährverbindungen, Anlegestellen für Ausflugsboote und insbesondere die Ludendorffbrücke nicht eingezeichnet seien.

 

Aber für die Urlaubsgäste war die Wanderkarte sicherlich eine sinnvolle Ergänzung zu dem 1929 erschienenen Wanderführer und eine große Hilfe und Ansporn, sich etwas weiter in die Natur zu wagen ohne sich dabei zu verirren.